Dom Pérignon – zwei Jahrgänge, die Zeit der Champagne
Von der Abtei Hautvillers zu den Cuvées 2012 und 2013: ein französisches Haus, das auf Cuvéekunst und Geduld beruht.

Ehemalige Abtei Hautvillers: Kreuzgang und Abteikirche im Département Marne in der Champagne. – October Ends · Originalbild · CC BY-SA 3.0
Ein Haus der Champagne
Dom Pérignon führt uns nach Frankreich in die Weinberge der Champagne. Das Haus gehört zu Moët Hennessy innerhalb der LVMH-Gruppe, seine moderne Geschichte ist mit Moët & Chandon verbunden. Die Cuvée besteht seit 1936. Ihr Name ehrt eine viel ältere Persönlichkeit, den Benediktiner Pierre Pérignon, dessen Arbeit die Weinkultur der Champagne prägte.
1668 wurde Dom Pierre Pérignon Kellermeister der Abtei Hautvillers nahe Épernay im Département Marne. Dort widmete er einen langen Teil seines Lebens dem Wein. Sein Beitrag betrifft insbesondere die Suche nach hochwertigen Cuvées und die Sorgfalt beim Pressen. Er trug zu einer gemeinsamen Geschichte in einer Region bei, in der die Beherrschung der Kohlensäure nach und nach entstand.
Hautvillers und die Kunst der Cuvée
Die Abtei Hautvillers bleibt ein wesentlicher historischer Orientierungspunkt. Der Name Dom Pérignon bewahrt die Erinnerung an Auswahl, Präzision und die Suche nach Harmonie zwischen unterschiedlichen Trauben. Das heutige Haus gibt diesem Gedanken eine besondere Form: Jede Cuvée ist ein Jahrgangswein und vereint Weine einer einzigen Ernte.
Chardonnay und Pinot Noir bilden die Cuvées. Der erste ist eine weiße Rebsorte; der zweite trägt dunkle Trauben, deren Saft durch das Pressen ebenfalls einen weißen Champagner ermöglicht. Die Lagen der Champagne bringen ihre Unterschiede in dieses Ganze ein. Für 2012 stellt das Haus unter anderem Chouilly und Le Mesnil-sur-Oger, Hautvillers und Mailly sowie Aÿ und Bouzy einander gegenüber.
Die lange Zeit in der Flasche
Die Perlen entstehen durch eine zweite Gärung in der Flasche, gefolgt von langer Ruhe auf der Hefe: Das ist das Prinzip der traditionellen Methode. Bei Dom Pérignon entsteht der erste Ausdruck Vintage über mindestens acht Jahre. Weitere Ausdrucksformen, etwa die zweite Plénitude, verlängern diese Reifung noch. Zeit wird so ebenso wie Trauben und Cuvée zu einem Bestandteil des Weins.
Die Gestaltung jedes Jahrgangs wird unter der Verantwortung des Kellermeisters fortgeführt. Vincent Chaperon folgte Richard Geoffroy 2019 nach vielen Jahren gemeinsamer Arbeit. Diese Weitergabe bewahrt Kontinuität und lässt zugleich jedem Jahr seine Besonderheit. Das Datum auf der Flasche bleibt daher das erste Element zum Verständnis der Cuvée.
2012 und 2013: zwei unterschiedliche Jahre
2012 gingen Frost, Regen, Hagel und Blühschwierigkeiten einer günstigeren Reifephase mit warmem, trockenem Wetter voraus. Die Ernte ergab einen Jahrgang voller Kontraste. Chardonnay und Pinot Noir fanden ergänzende Plätze, die die Cuvée zu einem gemeinsamen Ausdruck vereinen soll.
2013 zeichnete sich die Saison durch längere Reife und späte Weinlese aus. Dieser zeitliche Verlauf gab den Trauben und danach der Kellerarbeit einen anderen Rahmen. Die beiden Jahrgänge unserer Karte lassen zwei aufeinanderfolgende Jahre in einem Haus verfolgen, das den Jahrgang zum Kern seiner Identität macht.
Bei La Corte Segreta machen wir diesen Dialog gerne verständlich: ein historischer Name, Champagne-Lagen, zwei Rebsorten und zwei Ernten. Das Archiv gibt den Flaschen 2012 und 2013 ihre Orientierungspunkte. Es begleitet ihre Entdeckung und erinnert daran, dass Champagner einen Ort, Cuvéearbeit und lange Jahre der Geduld vereint.

Dom Pérignon: Schema der dokumentierten Orte und beiden Rebsorten. Gestaltung von La Corte Segreta; thematische Darstellung der für 2012 erwähnten Lagen, ohne Geolokalisierung von Parzellen.
Traditionelle Methode: Perlen, die in der Flasche entstehen →
Chardonnay: dieselbe Traube, vom straffen Weißwein zum großen Schaumwein →
Pinot Noir: rote Frucht, Feinheit und die Überraschung weißer Schaumweine →