Sambuca con la mosca: eine Kaffeebohne, zwei Eindrücke
Ein kleines italienisches Ritual verbindet die Süße des Anis mit der Bitterkeit gerösteten Kaffees.

Coffea arabica in Köhlers Pflanzenatlas aus dem 19. Jahrhundert. Von der Frucht zum Samen: ein botanischer Blick auf die Kaffeebohne vor dem Rösten.
Franz Eugen Köhler · Bildquelle · Gemeinfrei
Die Fliege im Glas
Con la mosca bedeutet wörtlich mit der Fliege. Gemeint ist eine geröstete Kaffeebohne in der Sambuca: eine spielerische Bezeichnung für das kleine dunkle Etwas im Glas. Francoli beschreibt auch eine Variante mit einigen Bohnen.
Ein Kontrast zum Probieren
Der Likör bringt Süße, eine umhüllende Textur und Anisduft mit. Kaffee ergänzt einen bittereren, trockeneren Eindruck mit deutlicher Röstung. Wer die Bohne zerbeißt, erlebt zusätzlich einen Kontrast der Konsistenzen. Darin liegt der Reiz: Kaffee ersetzt den Anis nicht, sondern verändert, wie man ihn am Gaumen wahrnimmt.
Eine Tradition, mehrere Erzählungen
Molinari verbindet das Ritual mit den Bars der römischen Dolce Vita. Das Haus erzählt außerdem eine unterhaltsame Anekdote: Während der Dreharbeiten zu Fellinis Film sollen Schauspieler eine Bohne ins Glas fallen gelassen und gerufen haben, darin sei eine Fliege. Die Quelle selbst bezeichnet diese Szene als Vermutung.
Anders als Caffè corretto
Beim Caffè corretto wird die Spirituose in den Kaffee gegeben. Bei con la mosca bleibt der Kaffee eine Bohne im Likörglas; Balance und Textur unterscheiden sich. Auf unserer Karte führt Sambuca d’Amante in diese aromatische Tradition ein. Ihre eigene Archivseite beschreibt zunächst den besonderen Charakter dieses Produkts.
Quellen und weitere Informationen
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