Ritterhof: die Landschaften Südtirols im Glas
In Kaltern arbeiten ein Familienhaus und seine Partnerwinzer mit Landschaften zwischen Tälern und Hängen.

Der Kalterer See in der Landschaft des Ritterhofs – Boboseiptu, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. · Originalbild · CC BY-SA 4.0
Bei La Corte Segreta öffnet Lenz ein Fenster nach Südtirol. Das Haus Ritterhof liegt in Kaltern an der Weinstraße in der Provinz Bozen. Wir schätzen diese Region wegen der Vielfalt, die sie einer italienischen Karte bringt: Dörfer, in denen Sprachen einander begegnen, rasch wechselnde Geländeformen und Reben an Hängen ebenso wie in Talböden.
Ein Haus wird zum Familienunternehmen
Ritterhof wurde 1967 vom Schweizer Emil Nüesch gegründet. 1999 erwarb die Familie, die das Haus Roner führt, die Kellerei; Ludwig Kaneppele übernahm die Leitung. Eva Kaneppele folgte ihm 2021 als Vertreterin der vierten Generation dieser Familie. Die Geschichte vereint damit mehrere Schritte: Gründung, familiäre Übernahme und danach eine neue Weitergabe.
Die treuen Partnerwinzer nehmen einen wichtigen Platz in dieser Geschichte ein. Ihre Zusammenarbeit verbindet die Kellerei mit mehreren Anbauorten und ermöglicht die Arbeit mit einem Mosaik von Herkünften. Diese Weinberge und die Familienkellerei bilden unterschiedliche Ursprünge, die rund um den Wein zusammenfinden.
Eine steinerne Traube am Eingang
Beim Betreten des Ritterhof-Hofs zieht eine große, in Stein gehauene Traube den Blick auf sich. Sie stellt Schiava dar, auf Deutsch Vernatsch. Dieses Detail gefällt uns, weil es den Blick schon vor dem Eintritt in den Keller auf die Traube lenkt. In einem sehr konkreten Gegenstand drückt es den Platz der Rebe und einer eng mit der örtlichen Geschichte verbundenen Sorte aus.
Zur geografischen Herkunft der Trauben gehören Kaltern, Tramin, Kurtatsch, Montan, Auer und Bozen. Gewürztraminer, Lagrein und Schiava zählen zu den wichtigen Sorten des Hauses. Daneben erweitern Pinot Blanc, Pinot Gris, Chardonnay, Sauvignon und Pinot Noir die möglichen Ausdrucksformen. Die Vielfalt entsteht auch durch Böden und Höhenlagen: Ein Rebsortenname allein erzählt nie alles, was einen Wein formt.
Die Schiava des Kalterer Sees stammt von Hängen zwischen 300 und 450 Metern. Pinot Noir wird in Montan und am Ritten zwischen 450 und 600 Metern angebaut. Für Sauvignon verteilen sich die Herkünfte auf Überetsch, das Südtiroler Unterland und den Ritten. Diese Orte zeichnen ein Herkunftsmosaik, das sich nicht auf einen einzigen großen Besitz beschränkt.
Lenz: der Gedanke des Frühlings
Lenz ist ein deutsches Wort für Frühling. Dieser Name begleitet eine weiße Cuvée aus Trauben, die in Überetsch und im Südtiroler Unterland zwischen 250 und 450 Metern auf lehmigen und kiesigen Böden wachsen. Die verschiedenen Sorten werden vor dem Verschnitt getrennt in Stahl vinifiziert. Die Cuvée vereint diese Ausdrucksformen in einem Weißwein, dessen Name Erneuerung und Frische wachruft.
Apfelblüten, florale Noten und feine Kräuter verbinden sich mit einem frischen, ausgewogenen Mundgefühl. Bei La Corte Segreta interessiert uns Lenz wegen dieses Eindrucks von Klarheit und wegen des Platzes, den er Südtirol gibt. Seine Herkünfte und seine Bezeichnung IGT helfen uns bei der Einordnung; sein Charakter bietet eine weitere Möglichkeit zum Essen. So bewahren wir auf unserer Karte einen Weißwein, der an eine Landschaft, eine Jahreszeit und die Arbeit mehrerer Winzer rund um dasselbe Haus erinnert.

Ritterhof: dokumentierte Regionen, Orte und Rebsorten. Kartografie: ISTAT-Grenzlinien, bereitgestellt von openpolis / geojson-italy, CC BY 4.0. Projektion und Farben angepasst; Karte zur regionalen Orientierung, keine Katasterkarte. Kartografische Grenzlinien · CC BY 4.0
Gewürztraminer: rosa Beeren, intensive Düfte, unterschiedliche Gleichgewichte →
Pinot Blanc: eine Pinot-Mutation, lange mit Chardonnay verwechselt →
Chardonnay: dieselbe Traube, vom straffen Weißwein zum großen Schaumwein →